Eigener Drucker oder Copyshop: Was ist die bessere Alternative?

Drucken im Copyshop oder daheimEin Drucker im Home Office ist eine praktische Sache: Ein Druck auf den Powerknopf, und schon können Textdokumente, Diagramme oder Fotos bequem in den eigenen vier Wänden ausgedruckt werden.

Schon oft wurden deshalb traditionelle Copyshops, die es in Metropolen wie Berlin noch immer in großer Zahl gibt, totgesagt. Wenn man sich das rege Treiben in den Kopierläden der Hauptstadt ansieht, wird jedoch schnell klar, dass der klassische Copyshop nach wie vor seine Existenzberechtigung hat.

Warum sich trotz der günstigen Druckerpreise so viele Menschen für den Gang zum Kopierladen entscheiden, lesen Sie in diesem Beitrag.

Wenigdrucker sind im Copyshop besser aufgehoben

Wenignutzer tun sich mit dem Kauf eines Druckers keinen Gefallen. Zwar liegen die Preise aktuell auf einem sehr niedrigen Niveau, aber die Ersparnis wird jedoch durch die Anschaffung teurer Markenpatronen schnell wieder zunichte gemacht. Ein weiteres Problem für Gelegenheitsnutzer ist, dass die Patronen mit der Zeit vertrocknen und unbrauchbar werden.

In solchen Fällen kann auch ein Spezialist nicht mehr viel ausrichten. Beim Ausdrucken von Fotos müssen immer zwei verschiedene Patronen einsatzbereit sein, um ein optimales Ergebnis erzielen zu können. SW-Laserdrucker kommen mit einer Kartusche aus, doch auch hier ergeben sich Probleme, wenn das Gerät nur selten genutzt wird.

Neben den Anschaffungskosten für Drucker und Toner kommen weitere Kosten für Papier und Strom hinzu. Unter dem Strich lässt sich eines festhalten: Wer wenig druckt, verschenkt mit dem Erwerb eines eigenen Druckers auf lange Sicht viel Geld.

Copyshops sind auch bei Großaufträgen die klügere Wahl

Nicht nur für Wenigdrucker ist der Gang zum Copyshop die bessere Wahl – auch für Vielnutzer lohnt es sich nur in den seltensten Fällen, ein eigenes Gerät anzuschaffen. Der Zeitfaktor spielt in diesem Zusammenhang eine entscheidende Rolle: Profigegeräte drucken um ein Vielfaches schneller als Heimdrucker. Wenn ein Tintenstrahldrucker verwendet wird, kann es bei einem Druckvolumen von 100 Seiten durchaus 20 bis 30 Minuten dauern, bis der Auftrag abgeschlossen ist.

Wählt man die beste Druckqualiät, müssen bei einigen Geräten Wartezeiten von 40 bis 45 Minuten eingeplant werden. Zudem lassen sich mit einem Kopierer der 2.000-Euro-Klasse beidseitige Ausdrucke und verschiedene Sonderformate realisieren, was mit einem 50-Euro-Drucker nicht möglich ist.

Ab wann lohnt sich der Druckerkauf?

Wie groß das jährliche Druckvolumen sein muss, damit sich der Kauf eines Druckers rentiert, wird anhand der folgenden Beispielrechnung deutlich: Ein Student druckt drei- bis viermal im Jahr eine Arbeit aus und kommt dabei auf insgesamt 100 Seiten.

Wenn man für den Kauf des Druckers und des Materials Kosten von 40 Euro/Jahr zugrundelegt, ergibt sich ein Preis von 40 Cent pro Ausdruck. Bei 200 Seiten im Jahr wären es 20 Cent, bei 300 Ausdrucken 13,3 Cent. Bis die Druckkosten wie im Kopierladen bei 2,5 bis 10 Cent liegen, müssen jährlich mindestens 400 Seiten ausgedruckt werden.

Zu beachten ist auch, dass die Verarbeitungsqualität von Druckern in den zurückliegenden Jahren stark nachgelassen hat. War es früher üblich, ein Gerät 10 bis 15 Jahre zu nutzen, liegt die durchschnittliche Nutzungsdauer heute nur noch bei etwa 4 Jahren.

Digitaldruck vs. Offsetdruck: Unterschiede und Gemeinsamkeiten

digitaldruck berllinDer Digitaldruck und der Offsetdruck sind Druckverfahren, die sowohl in Copyshops als auch in Druckereien zum Einsatz kommen. Während der Offsetdruck vor allem für größere Auflagenzahlen (z.B. Broschüren, Geschäftsberichte oder Schulungsunterlagen) genutzt wird, findet der Digitaldruck bei der Herstellung von kleineren Auflagen oder einzelnen Druckexemplaren Anwendung. Im Folgenden fassen wir weitere Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Druckverfahren zusammen.

Digitaldruck

Der Digitaldruck ist ein Druckverfahren, das in Kopierläden für eine Vielzahl von Anwendungen genutzt wird. Das Druckbild wird von einem Computer zu einer Druckmaschine übertragen, ohne dass eine statische Druckform verwendet wird. In Copyshops und Druckereien werden für den Digitaldruck zumeist Highend-Laserdrucker eingesetzt, die auf hohe Auflagenzahlen ausgelegt sind. Für großformatige Drucksachen (z.B. Poster und Plakate) werden bisweilen auch Tintenstrahldrucker eingesetzt. Während die Ausgabequalität von Digitaldrucksystemen in früheren Zeiten deutlich hinter der von Offsetdruckmaschinen zurückblieb, werden derartige Systeme heute auch beim Bedrucken von Tapeten, Meshgewebe oder PVC-Bannern eingesetzt.

Beim Digitaldruckverfahren, das auch als Direct Digital Printing (DDP) bezeichnet wird, sind personalisierte Drucke (z.B. von Kreditkartenabrechnungen oder Kontoauszügen) möglich. Da keine feste Druckvorlage benötigt wird, kann jeder Bogen anders bedruckt werden. Mehrseitige Dokumente können sofort in der korrekten Reihenfolge gedruckt werden, ohne dass ein Wechsel der Druckform nötig ist. Copyshops verfügen in der Regel über professionelle Drucksysteme, die mit Vorrichtungen zum Binden und Schneiden ausgestattet sind. Hierdurch wird die Herstellung kompletter Druckerzeugnisse innerhalb kürzester Zeit möglich. Examens- und Doktorarbeiten, die in digitaler Form vorliegen, können an Ort und Stelle gedruckt und gebunden werden.

Was die Druckkosten betrifft, ist der Digitaldruck bei kleineren Auflagenzahlen wesentlich günstiger als der Offsetdruck. Die Fertigungskosten sind mittlerweile so niedrig, dass bereits Bücher von Newcomer-Autoren in handelsüblicher Qualität auf dem Markt erscheinen, die mithilfe des Digitaldrucks herstellt wurden. Digital gedruckte Kleinauflagen haben den Vorteil, dass man einen Markttest der geplanten Auflage durchführen kann, ohne viel Geld investieren zu müssen. Auch im Bereich der Digitalfotografie sinken die Druckkosten von Jahr zu Jahr. Drucksachen wie Wandkalender und Fotobücher, die bis vor wenigen Jahren ausschließlich im Offsetdruckverfahren hergestellt wurden, können heute problemlos im Copyshop angefertigt werden.

Offsetdruck

Im Unterschied zum Digitaldruck ist der Offsetdruck ein sogenanntes indirektes Druckverfahren, bei dem der Druckträger und die Druckplatte nicht miteinander in Berührung kommen. Die Farbe wird über einen Zylinder auf den Bedruckstoff übertragen. Die Druckplatte wird permanent befeuchtet und mit Druckfarbe versehen. Oft werden mehrere Seiten auf eine größere Fläche gedruckt und anschließend zugeschnitten. Neben Papier und Karton können auch Glas, Keramik, Bleche sowie verschiedene Kunststoffe per Offsetdruckverfahren bedruckt werden.

Wie beim Digitaldruck wird auch beim Offsetdruck in den Farben CMYK (Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz) gedruckt. Es ist stets darauf zu achten, dass die Druckdaten im korrekten Farbmodus angelegt sind, da sich bei der Umwandlung von RGB (Rot/Grün/Blau) zu CMYK Veränderungen ergeben können. Beim Offsetdruck können keine echten Halbtöne gedruckt werden – Bilder, Zwischentöne oder Farbnuancen müssen stattdessen mithilfe simulierter Halbtöne auf den Bedruckstoff aufgebracht werden. Dies geschieht durch Aufrasterung in nichtperiodische oder periodische Raster.

Da der Bedruckstoff während des Druckprozesses stark beansprucht wird, ist die Materialqualität von entscheidender Wichtigkeit. Bei Papier und Karton sind unter anderem folgende Qualitätskriterien von Bedeutung:

  • Glätte
  • Scheuerfestigkeit
  • Saugfähigkeit
  • Papierstaubarmut
  • Rupffestigkeit
  • Gleichmäßigkeit im Strich

Zudem sollte das Papier unempfindlich gegenüber Wellen- und Blasenbildung, Papierbahnabriss und übermäßiger Dehnung durch Feuchtigkeits- und Zugkrafteinfluss sein. Druckt man auf Folien (z.B. aus PE oder PVC), müssen die Folieneigenschaften perfekt aufeinander abgestimmt sein. Zum Ausgleichen der statischen Aufladungen, die durch den Reibkontakt der Offsetbogen verursacht werden, bieten die Druckmaschinenhersteller spezielle Ausrüstungen an.